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SocialCamp Session(s) zum Forschungsprojekt

21. November 2010

Am Freitag – Tag 1 des Berliner SocialCamps 2010 – wollten wir die zentralen Ergebnisse aus unserem Forschungsprojekt Wissenstransfer aus der SocialBar noch einmal vor- und im Rahmen einer Session zur Diskussion stellen. Hauptsächliches Ziel war es, unsere Forschungsergebnisse nun auch Organisatorinnen und Organisatoren anderer SocialBars vorzustellen und zu fragen, ob und inwiefern sie auch außerhalb Berlins zutreffen. Dazu gleich das erste Fazit: Im Rahmen der lokalen Gegebenheiten schienen unsere Ergebnisse durchaus auch auf die SocialBars in Stuttgart, Bonn und Nürnberg übertragbar. Wie so oft muss es aber heißen: Еs kommt darauf an! So spielt bspw. eine gewichtige Rolle, wie lange es die jeweilige SocialBar schon gibt, in welchen Abständen sie stattfindet und wie viele regelmäßige, wie viele sporadische Teilnehmerinnen und Teilnehmer es gibt.

Zeitlich haben wir den Diskussionsbedarf etwas unterschätzt. Eigentlich nicht verwunderlich, reden wir hier doch von Profi-Networkerinnen und -Networkern, die alle von vielen verschiedenen Ansätzen berichten konnten und wollten. Unser Anliegen, die Weiterentwicklungsmöglichkeiten für die SocialBar auf der Basis unserer Forschungsergebnisse auszuloten, haben wir so also nicht in eine einzelne Session bekommen. Das SocialCamp wäre aber natürlich auch nicht das SocialCamp und die SocialBar-Orgas nicht geübte BarCamperinnen und -Camper, hätten wir hier nicht flexibel reagieren können. Unseren Sheet „#Forschungsprojekt #SocialBar“ ließen wir einfach zum zweiten Mal in einen anderen Slot auf dem Session-Grid wandern (beim ersten Mal war die Konkurrenz einfach zu groß 🙂 sodass wir unsere Diskussion auch noch kurz auf die Idee eines SocialBar-Forschungsnetzwerkes ausweiten konnten. (Dazu aber mehr in einem anderen Beitrag.)

In der ersten Session (14-14:45 Uhr) beschränkten wir uns zunächst darauf das zentrale Ergebnis aus unserer Forschung – die Orientierung als größtes Lernangebot der SocialBar – vorzustellen. Wir hatten ja schon auf der Berliner SocialBar von der Wichtigkeit der Orientierungsleistung für eine entspannte Teilnahme gesprochen. Im Gegensatz allerdings zu diesem 10-minütigen Input, bei dem wir uns auf die Metapher des Schlaraffenlandes beschränken mussten, griffen wir diesmal etwas weiter in die Theoriekiste: Im Anschluss an unserer Forschungsergebnisse konzeptualisierten wir die SocialBar als „Ort posttraditionaler Vergemeinschaftung“ was eigentlich nicht viel mehr heißt, als dass sich auf der SocialBar – wie auf dem SocialCamp übrigens auch – die Mitglieder einer Gemeinschaft, einer Szene oder auch eines Neo-Tribalismus treffen, die sich um einen bestimmten Themenschwerpunkt gruppieren; nämlich den Einsatz neuer Medien in zivilgesellschaftlichen Kontexten.

Unseres Erachtens mussten die Weiterentwicklungsbestrebungen der einzelnen SocialBars also dort ansetzen, wo die Orientierung für neue Teilnehmende erleichtert werden kann. Nur mit der Orientierung und Aktualisierung der Szenetypischen Formen, Themen und Techniken schließlich können neue Besucherinnen und Besucher der SocialBar an der sich dort versammelnden Gemeinschaft – die ansonsten eher in virtuellen Räumen performiert wird – teilnehmen. In diesem Sinne sind also eigentlich nur orientierte Besucherinnen und Besucher der SocialBar-Veranstaltungen tatsächlich Teilnehmende.

Die zum Ende unserer ersten Session begonnene Sammlung von Ansätzen, die (ganz intuitiv) in Stuttgart, Nürnberg, Bonn und Berlin bereits implementiert wurden, setzten wir in der zweiten (16:30-17:15 Uhr) fort. Wir konzentrierten uns dabei auf das Ansprechbar machen, das Erzeugen von Anschlussfähigkeit, die Motivation zum Wiederkommen und die Struktur. Die Sammlung der einzelnen Stichpunkte wollen wir im Folgenden kurz kommentiert vorstellen. Gern kann die Liste, die sich im Wiki der SocialBar sicherlich besser diskutieren und beschreiben lässt, per Kommentar noch erweitert werden.

(1) Neue SocialBar-Besucherinnen und -Besucher ansprechbar machen.

Häufig kennen neue Besucherinnen und Besucher der SocialBar schon Teilnehmende, von denen sie nicht selten auf die Veranstaltung aufmerksam gemacht wurden. Um aber auch von anderen, ihnen (noch) unbekannten Teilnehmenden und Besuchenden angesprochen werden zu können, werden verschiedene Ansätze bereits erprobt bzw. sind bereits etabliert:

  • Namensschilder (evtl. auch mit thematischer Kennzeichnung)
  • Murmelrunden („Such dir einen Unbekannten und stell dich vor“)
  • Mentorinnen und Mentoren / Patinnen und Paten (als Begleitende fr die ersten SocialBar-Besuche)

(2) Erzeugen von Anschlussfähigkeit

Der Punkt der Erzeugung von Anschlussfähigkeit ist das genaue Negativ des Ansprechbar-Machens. Hier gilt es nicht andere auf Neue aufmerksam zu machen, sondern die Hemmungen aktiv auf andere Besucherinnen und Besucher zuzugehen abzubauen. Genannt wurden:

  • persönliche Begrüßung (inkl. eines kurzen Überblicks über das Veranstaltungsformat)
  • Web 2.0ige Stimmung erzeugen (familiäres / lauschiges Wohlfühl-Ambiente)
  • Vorstellungsrunde

(3) Motivation zum Wiederkommen

Viele Besucherinnen und Besucher der SocialBar sagen nach ihrer ersten oder zweiten Veranstaltung, dass die SocialBar ein sehr angenehmer und ergiebiger Lernort ist. Negative Kommentare sind eher selten. Dennoch kommen viele dieser Lobenden nicht wieder. Warum? Fehlt vielleicht der follow-up (?) oder war es dann doch nicht so interessant? Während unserer Erhebung ist uns aufgefallen, dass sich die Interviewpartnerinnen und -partner am Ende des Monats gar nicht mehr wirklich an die Inhalte der letzten SocialBar (in Berlin jeden ersten Dienstag im Monat) erinnern konnten. Irgendwie schien die Gegenwärtigkeit der Themen über den Monat hinweg abzunehmen. Um dem entgegen zu wirken, wurden folgende Punkte genannt:

  • Mailing-Liste ausbauen (mit persönlicher Ansprache und dem Link zur inhaltlichen Dokumentation vom letzten Mal)
  • Social Media Strategie (als kommunikatives follow up)
  • Social Reporting / Anekdoten-Sammlung (als Werbung für den [eher diffus wahrgenommenen] Networkingfaktor)

(4) Struktur

Eine klare und transparente Struktur schafft Sicherheit. Diese Erkenntnis aus der Moderation ist auch auf die SocialBar übertragbar. Erfahrene Teilnehmerinnen und Teilnehmer können mit Strukturänderungen sicher umgehen, weil sie ziemlich genau wissen, wie sie was und auf welchem Wege (Formen, Themen & Techniken) miteinander besprechen können. Bei neuen Besucherinnen und Besuchern schaffen Strukturänderungen eher Unsicherheit und vielleicht auch Unwohlsein. Als Ansätze wurde hier genannt:

  • Sehr vorsichtig mit Strukturänderungen umgehen und lieber einmal mehr als einmal zu wenig erklären was geschieht / was geplant ist. (Auch die hier auftauchende Redundanz muss nichts schlechtes sein ‚Redundanz schafft schließlich Gemeinschaft‘ [Niklas Luhmann])
  • Linksharing / Websitekaraoke (als Möglichkeit sich das erste Mal vor das Plenum zu stellen und zu merken, dass es Spaß macht)

Wie gesagt, wir sind für Anregungen und Ergänzungen (auch aus anderen SocialBars) dankbar…

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Die zentralen Ergebnisse – unsere Präsentation auf der Berliner SocialBar

16. Oktober 2010

Nun ist es doch schon einige Zeit her, dass wir auf der Berliner SocialBar unsere zentralen Forschungsergebnisse und die Ansätze für unsere Schlussfolgerungen vorgestellt haben. Wie versprochen stellen wir hier natürlich auch unsere Präsentation als Slide-, die Rückfragen und Diskussionenen als Podcast ein.

Die Präsentation als Slidecast:

Rückfragen und Diskussion aus dem Plenum.

Auch die nezfilmer Jan und Iván waren zu unserer Präsentation samt Ausrüstung zugegen. Leider gab es diesmal technische Schwierigkeiten, weshalb leider nicht alles im Video zu sehen ist. Verlinken wollen wir es aber dennoch:

Videodokumentation der SocialBar

Bild anklicken um zum Video zu gelangen

PS: Auch unsere Präsentation in der Uni ist gut gelaufen. Dass auch wir dort Eindruck (und vor allem Interesse für die SocialBar) schinden konnten, müsst ihr uns aber leider einfach so glauben — Aufzeichnungen gib es davon nicht.

Videographischer Einblick in die SocialBar

2. Oktober 2010

Auf der SocialBar am kommenden Dienstag werden wir ausgewählte Ergebnisse unseres Forschungsprojektes vorstellen. Da wir — wie es in der SocialBar üblich ist — nicht mehr als 10 Minuten Zeit haben, werden wir natürlich auf das Wesentliche fokussieren: unsere Fragestellungen, unsere Methodik und unser Forschungsdesign (dazu aber nur kurz), die gebildeten Kategorien zum Lernangebot von und dem Transfer aus der SocialBar sowie natürlich unsere Schlussfolgerungen und theoretischen Anschlussüberlegungen.

Auch bei letztem werden wir uns versuchen kurz und verständlich zu halten — 10 Minuten sind einfach verdammt kurz. Außerdem wollen wir euch natürlich auch die Gelegenheit geben unsere Ergebnisse zu kommentieren, Fragen zu stellen und uns Anregungen für die Verbesserung unseres Designs sowie Anschlussuntersuchungen  mit auf den weiteren Weg zu geben. Nicht nur, weil wir sehr an euren Anregungen interessiert sind, sondern auch, weil wir unsere Forschungsergebnisse am 15. Oktober gleich das nächste Mal vorstellen werden. Dann allerdings im Rahmen unseres Masterstudiengangs „Bildungswissenschaften — Organisaiton und Beratung“ an der Technischen Universität Berlin.

Bei dieser Präsentation werden wir zwar ganze 15 Minuten Zeit bekommen, stehen aber zusätzlich vor der enormen Herausforderung das Veranstaltungsformat der SocialBar in angemessener Zeit erläutern zu müssen. Jeder und jede, der oder die schonmal veruscht hat das Prinzip — oder besser: die Prinzipien — der SocialBar in aller Kürze darzustellen, weiß welches Ausmaß diese Herausforderung annehmen kann. Zwar gibt es Phrasen und Kurzformeln („… wie Web 2.0 zum anfassen“ oder „Netzwerkveranstaltung mit Informationscharakter“), die wir mit Sicherheit auch verwenden werden, doch entschieden wir uns zusätzlich für ein kurzes Video um auch die Stimmung und das Flair einer SocialBar rüber zu bringen.

Das Video habe ich (Hannes) aus dem Material zusammengeschnitten, das uns nezfilms.com dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt hat. Da wir es auf der SocialBar nicht zeigen werden — die meisten Besucher(innen) einer SocialBar wissen ja um die gute Stimmung und das besondere Flair bei dieser Veranstaltung — wollen wir an dieser Stelle gern um euer Feedback bitten: Erkennt ihr die Berliner SocialBar in diesem 3-minütigen Video wieder oder ist es zu viel bzw. zu wenig von dem, was ihr von der SocialBar kennt?