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Forschungsdesign

23. März 2010

Nach dem wir uns heute Mittag mit der unser Forschungsprojekt begleitenden Professorin Reh getroffen haben, hier nun unser verfeinertes Forschungsdesign:

FORSCHUNGSFRAGEN

1. Gibt es einen Transfer von auf der SocialBar diskutierten Inhalten in nicht-profitorientierte Organisationen (NPO) des Dritten Sektors in Deutschland?

2. Auf welchen (Um)Wegen erfolgt die Weitergabe von Informationen aus der SocialBar in die Organisationen?

Uns interessiert besonders die Verknüpfung der auf der SocialBar dargebotenen Informationen mit dem organisationalen und persönlichen Kontexten (Wissensgenerierung), das Hineintragen dieses Wissens / der Informationen in die Organisationen durch die Teilnehmenden (Weitergabe) und der Umgang bzw. die Diskussion dieser innerhalb der Organisation.

UNTERSUCHUNGSZEITRAUM

Im Rahmen des Forschungsprojektes werden wir die drei SocialBars im Mai, Juni und Juli untersuchen, wobei wir erstere zum Erproben verschiedener Erhebungs- und Auswertungstechniken nutzen wollen.

UNTERSUCHUNGSART

Unser Forschungsprojekt gestalten wir fallorientiert und flexibel. Das heißt wir richten unsere Methodik nach den jeweiligen Organisationen und Möglichkeiten aus.

(I) VORABGESPRÄCHE – FOKUSINTERVIEWS

Um die Motivationen der Untersuchungsteilnemerinnen und -teilnehmer in Erfahrung zu bringen und damit die professionellen und persönlichen Hintergründe herauszuarbeiten, werden wir mit ihnen zunächst fokussierte Einzelinterviews durchführen. Unser Fokus liegt dabei auf den bisherigen Erfahrungen der Teilnehmenden mit der SocialBar. Daneben wollen wir aber auch Informationen über die jeweiligen Organisationen und Projekte (Ziele, Struktur etc.) erfragen.

(II) SOCIALBARS VOR ORT – ZUSAMMENFASSUNG DER INHALTE

Um die in der SocialBar vermittelten Inhalte zu erfassen, werden wir die Referate und öffentlich geführten Diskussionen auf den SocialBars per Audio und Mitschrift dokumentieren. Die Referate werden anschließend inhaltlich zusammengefasst. Zwar werden die zusammengefassten Inhalte und Audiomitschnitte öffentlich und auch kommentierbar zugänglich sein, eine Diskussion um deren Richtigkeit aber keinen Eingang in unsere Forschung finden können. Dies vor allem aus methodologischen Gründen: Da wir nur vom tatsächlich gesprochenen Wort ausgehen können, wäre eine Diskussion um den tatsächlich gemeinten Inhalt wenig zielführend.

(III) REFLEXION DER SOCIALBARS – LEITFADENINTERVIEWS

Möglichst zeitnah nach der SocialBar – allerdings nicht am selben Abend – werden wir die Teilnehmenden des Forschungsprojektes mittels Leitfadeninterviews nach für sie besonders interessanten Inhalten befragen. Dabei sollte die persönliche von der beruflichen Ebene getrennt betrachtet jedoch gleichermaßen abgefragt werden.

(IV) WISSENSTRANSFER – OFFENE INTERVIEWS/ ANALYSE VON TEAMSITZUNGEN

Im vierten Schritt wollen wir dann konkret den Wissenstransfer untersuchen. Gemäß unseres Modells des Wissenstransfers gilt also zu analysieren, welche der auf den SocialBars dargebotenen Informationen (in Vorträgen, formellen und informellen Diskussionen) in organisationale Kontexte eingebunden bzw. welche Vorschläge daraus formuliert wurden und wie sie diskutiert werden. Die Methodik richten wir hier an den erfragten Erfahrungen aus.

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Aktuelle Fragen, Probleme und das Forschungsdesign in groben Zügen

15. März 2010

Am Mittwoch der vergangenen Woche haben wir uns das erste Mal näher mit dem Design unseres Forschungsprojektes beschäftigt. Wegen verschiedener Unabkömmlichkeiten (Prüfungen, Hausarbeiten etc.) sind wir vorher nicht dazu gekommen uns auf das erste Treffen mit dem Orga-Team der SocialBar am Abend des selben Tages ausführlich vorzubereiten. Da uns Robert schon auf der vergangenen SocialBar versicherte, dass wir mit der Unterstützung des Teams rechnen können, entschlossen wir uns zunächst einen groben Ablauf zu erstellen, einen Zeitrahmen festzulegen und zentrale Fragestellungen und Probleme zu formulieren, die wir dann besprechen wollten.

Der Ablauf lässt sich – bis jetzt – folgender Maßen umreißen:

  1. Um die Motivationen der Untersuchungsteilnemerinnen und -teilnehmer in Erfahrung zu bringen und damit die professionellen und persönlichen Hintergründe herauszuarbeiten, werden wir mit ihnen zunächst Einzelinterviews durchführen. Dabei werden die verschiedenen Fragestellungen vor allem auf die bisherigen Erfahrungen der Teilnehmenden auf der SocialBar fokussieren. Daneben sollen aber auch Informationen über die jeweiligen Organisationen und Projekte (Ziele, Struktur etc.) erfragt werden.
  2. Um die in der SocialBar vermittelten Inhalte zu erfassen, werden wir die Referate und öffentlich geführten Diskussionen auf den sommerlichen SocialBars im Mai, Juni und Juli per Audio dokumentieren. Die Referate werden anschließend inhaltlich zusammengefasst. Um eine möglichst valide Datengrundlage zu schaffen, überlegen wir die Zusammenfassungen samt Audiodateien zur öffentlichen Diskussion stellen. Dabei hoffen wir vor allem auf die Unterstützung der Referentinnen und Referenten und sind für ihre Ergänzungen und evtl. Richtigstellungen dankbar.
  3. Möglichst zeitnah nach der SocialBar – allerdings nicht am selben Abend – werden wir unsere „Forschungssubjekte“ mittels Leitfadeninterviews danach befragen, was sie auf der jeweiligen SocialBar besonders interessant und wichtig fanden. Dabei sollte die persönliche von der beruflichen Ebene getrennt betrachtet jedoch gleichermaßen abgefragt werden.
  4. Im nächsten Schritt wollen wir dann konkret den Wissenstransfer untersuchen. Es gilt also zu analysieren, welche der auf den SocialBars dokumentierten Informationen in organisationale Kontexte eingebunden bzw. welche Vorschläge daraus formuliert wurden und wie sie diskutiert werden. Uns ist klar, dass wir innerhalb unseres recht kurzen Untersuchungszeitraums von zirka vier Monaten wahrscheinlich nicht die komplette Übertragung von Wissen aus der SocialBar in die Organisationen (inkl. Implementierung) erfassen können – also nicht Zeugen der Etablierung einer aus dem Besuch der SocialBar resultierenden Praktik werden. Wir vermuten aber, dass wir die Diskussionen darüber zumindest ein Stück weit begleiten können.Deshalb interessiert uns zunächst die Verknüpfung der auf der SocialBar dargebotenen Informationen mit dem organisationalen und persönlichen Kontexten (Wissensgenerierung), welche z.T. schon in Schritt 3 erfasst werden können, und das Hineintragen dieses gewonnenen Wissens in die Organisationen durch die Teilnehmenenden (Wissensweitergabe). Diese Weitergabe von Inhalten aus der SocialBar werden wir durch die Beobachtung, Dokumentation und Analyse institutionalisierter Formen des Austauschs innerhalb der Organisation (Teamsitzungen oder ähnliches) erforschen und/oder halbmonatliche Interviews mit den Forschungsteilnehmenden durchführen um den Stand der evtl. auch informellen Diskussionen zu verfolgen.

Zusammenfassend lässt sich also festhalten, dass wir den Weg möglichst valide erhobener Einzelinformationen, die während der untersuchten SocialBars referiert und diskutiert wurden, in zwei Organisationen verfolgen. Gibt es einen Wissenstransfer, müssten sich aus formellen und informellen Diskussionen Vorschläge oder Praktiken entwickeln, deren Grundlage unter anderem die dokumentierten Informationen sind. Sind solcherlei Praktiken nicht zu finden, kann auch nicht von einem Wissenstransfer im beschriebenen Sinne gesprochen werden.

Das dringendste Problem, dass es abseits des Forschungsdesigns noch zu besprechen galt, stellten unsere begrenzten Netzwerk-Kapazitäten dar. Wir kannten zum einen zu wenige regelmäßige Besucher der SocialBar, die sich beforschen lassen könnten, und konnten des Weiteren auch für die Literaturrecherche auf kein ausreichend großes Netzwerk zurückgreifen. (Literatur zu BarCamps oder Unkonferenzen dürften in Berliner Bibliotheken schließlich vorerst nicht zu finden sein.) Ich vernetze mich zwar als @foulder bei Twitter sowie verschiedenen anderen Netzwerken und schreibe meinen eigenen Blog, fokussiere dabei aber eher auf die Freiwilligenarbeit im und über das Internet nicht auf Bildungs- und Wissenstransferforschung.

Wie Robert versprochen hatte, sicherte uns das Orga-Team der SocialBar Hilfe zu. Man nannte uns zunächst Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die die SocialBar relativ regelmäßig besuchten und bot uns an auch über das recht weitläufige Netzwerk von @socialbar kommunizieren zu können. Letzteres ist vor allem deshalb hilfreich, weil die Wahrscheinlichkeit um ein vielfaches höher sein dürfte aktuelle Informationen zu Vorgängen, Publikationen und eventuell anderen Forschungsprojekten zu diesem Thema über das SocialBar-Netzwerk zu bekommen als über meines.

Zu Teilnehmenden, die die SocialBar regelmäßig besuchen, blieben unsere Bemühungen bis jetzt leider nur begrenzt erfolgreich. Wir suchen immer noch einen NPO-Mitarbeiter oder eine NPO-Mitarbeiterin, die die SocialBar regelmäßig besucht. Wir sichern selbstverständlich absolute Anonymisierung zu und wollen so wenig wie möglich Umstände bereiten. Die notwendigen Interviews können zu einem Großteil über Telefon / VoIP geführt werden und ihre Transkripte werden ohne Nennung der Namen ausschließlich für wissenschaftliche Zwecke verwandt (Indianer-Ehrenwort). Die „regelmäßige Teilnahme an der Socialbar“ muss sich auch nicht nur auf den reinen Besuch beschränken. Da die SocialBar zum Format der Unkonferenzen (BarCamps) gezählt wird, ist es gerade die Aktivität, die die Teilnahme ausmacht.

Demnächst wird hier im Blog noch eine genauere Bestimmung unseres Wissenstransfer-Begriffes sowie weitere Verfeinerungen des Forschungsdesigns besprochen werden. Ziel ist es, bis zum Anfang des kommenden Monats mit dem Forschungsdesign fertig zu sein, um Mitte April mit den ersten Interviews starten zu können. Zudem ist auch ein neuer Banner für das Projekt in Arbeit, mit dem wir auf der Website der SocialBar und den Websiten anderen interessierten Unterstützerinnen und Unterstützer präsent sein und uns vernetzen wollen. (Für die engagierte Arbeit am Banner Danken wir jetzt schon Herbert Schmidt von WueDesing)