Dokumentation der Berliner SocialBar am 03. Mai 2011

5. Mai 2011

Der letzte Dienstag war wieder der erste des Monats. Etwa 50 Interessierte trafen sich im schönenn taz café, um sich auszutauschen und natürlich den drei Inputs des Abends zu lauschen. Es sprachen Willi Schroll, Meike Schwarz, Johanna Jäger, Robert Dürhager und viele andere Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Strategie to Go

Willi Schroll von strategiclabs.de startete mit seinem Input zu „Strategie to Go“. In Zeiten rasanten Wandels gibt es immer Umweltbedingungen auf die NPOs wie zivilgesellschaftliche Initiativen reagieren müssen — möglichst strategisch. Dabei ist für langwierige Strategieprozesse selten Zeit und für die kostspielige Beratung kaum Geld da. Willi Schroll stellte in seinem Input praktische Arbeitsschritte, sowie konkrete How-Tos für NGOs und Initiativen vor und stellte sich der kritischen Kommentare und Fragen aus dem Plenum.

Lobbyarbeit mit Freiwilligen

Im anschließenden Input sprachen Meike Schwarz und Johanna Jäger, beide von der weltweit aktiven NGO „Ärzte ohne Grenzen“, von ihren ersten Versuchen, Erfolgen und lesson learnd, mit Freiwilligen Lobbyarbeit zu betreiben. In einem Projekt hatte die deutsche Lobby-Abteilung von Ärzte ohne Grenzen Freiwillige geschult, um als authentische Influencer mit verantwortlichen Politikerinnen und Polikern ins Gespräch zu kommen.

Websitestrategie

Robert Dürhager von Oxfam Deutschland sprach im dritten Input des Abends über 10 Elemente einer Websitestrategie. Auch wenn es häufig keine explizite Strategie hinter Webauftritten gibt, ist diese Aufgabe des strategischen Managements in Zeiten von Social Media nicht zu unterschätzen.

PS: Ich persönlich bin sehr froh, dass es von diesem Input einen Mitschnitt gibt. Er ist voll von Fachtermini und insofern eine Fundgrube für Interessierte an der Szenesprache, die auf der SocialBar mithin gesprochen wird.

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Neues Forschungsvorhaben zu den Einstiegserfahrungen Teilnehmender

3. Mai 2011

Unser Forschungsprojekt zum Wissenstransfer aus der SocialBar ist (fast) abgeschlossen. Okay, wir wollen noch eine Kurzversion unserer Studie für die Community of Knowledge schreiben und daran sitzen wir auch schon. Doch gilt es nun eben langsam aber zielstrebig auch auf den nächsten Schritt zu schauen. Die nächste Studie, für die die SocialBar den Zugang zum Feld bieten wird, soll um die Einstiegserfahrungen unterschiedlicher Teilnehmerinnen und Teilnehmer kreisen. Es wird meine — ja diesmal bin ich (mehr oder weniger) allein — Masterarbeit sein, für die ich auf den Grundstein, den ich gemeinsam mit Katrin legte, aufbauen will.

Auch dieses Mal will ich diesen Blog nutzen, um über den Forschungsprozess zu berichten und diverse Geschichten aus der SocialBar zu sammeln. Auch diesmal hoffe ich wieder auf engagierte Unterstützung eurerseits. Die vielen Kommentare, Hinweise wie auch die kritischen Stimmen waren das letzte Mal sehr hilfreich und sind entsprechend in unseren Bericht eingegangen. So — hoffe ich — wird es auch diesmal werden.

Doch worum geht es nun eigentlich?

Wie gesagt, es sind die Einstiegserfahrungen unterschiedlicher Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die mich dieses Mal interessieren. Das letzte Mal hatten wir regelmäßig Teilnehmende unter der Fragestellung nach dem „Wissenstransfer aus der SocialBar“ interviewt und herausgestellt, dass es vor allem Orientierungswissen ist, das aus der SocialBar in die einzelnen Organisationen transferiert wird und die Orientierung im Feld von Social Media und NPOs entsprechend das hauptsächliche Lernangebot der SocialBar ist. Außerdem stellten wir fest, dass es eine Art Gemeinschaft ist, die sich auf der SocialBar trifft. Eine Gemeinschaft aber, die sich nicht auf das allmonatliche Event im Berliner tazcafé beschränkt, sondern weit darüber hinaus reicht. In Anschluss an Ronald Hitzler, Thomas Bucher und Arne Niederbacher nannten wir diese Gemeinschaft — nicht ganz ohne Augenzwinkern — „Social Media Szene“.

Social  ist die Szene in zweierlei Hinsicht: Erstens kreist sie um den sozialen oder zivilgesellschaftlichen Sektor, zweitens um die Sozialen Medien, die nur im gemeinschaftlichen Gebrauch entstehen. Eine Szene ist diese sie insofern als diese Gemeinschaft keine ‚traditionale‘ ist sondern zu den „posttraditionalen Kommunikationsgemeinschaften“ (Hitzler 2008 / Knoblauch 2008) bzw. zu den „Neotribalismen“ oder „Stadtstämmen“ (Mafessoli 1996) gezählt werden muss. Im Gegensatz zur traditionalen Gemeinschaft, trägt sich die Szene nicht durch tradierte Objektivationen sondern ausschließlich durch gemeinsame Kommunikation fort. Sie ist ein soziales Phänomen, das nur während seiner Aufführung existiert, im öffentlichen Raum aber sonst keine Spuren hinterlässt — anders als bspw. der Fußballverein, der ja immerhin mehr als einen Hektar flaches Rasenland braucht, um die gewohnte (tradierte) Performance abliefern zu können.

Und wozu das Ganze?

Meine These ist, dass es genau diese Gemeinschaft — diese Szene — ist, die beim Lernen in Social Media Kontexten hilft. Klar: Der Mensch ist ein soziales Wesen, das niemals allein im stillen Kämmerlein lernt. Wir lernen immer mit anderen — immer in Auseinandersetzung mit der Welt. Wenn es aber darum geht über aktuelle Formen, Themen und Techniken in Sachen Social Media auf dem Laufenden zu bleiben, unsere Medienkompetenz immer weiter auszubilden (zu diesem Paradox in einem späteren Blogpost), brauchen wir Komplizen, von deren Erfahrungen wir hierfür profitieren können. Diese Komplizen aber zu finden, mit ihnen in Kontakt zu treten und von ihnen auch als Gleiche(r) erkannt zu werden, ist ganz offenbar nicht voraussetzungslos.

In meiner nun anstehenden Masterarbeit will ich unterschiedliche Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Social Media Szene nach ihren je individuellen Einstiegserfahrungen befragen. Ich hoffe so ein besseres Bild von dieser besonderen Form der Vergemeinschaftung zu bekommen und daraus vielleicht auch praktische Tipps für den Einstieg in die Lerngemeinschaft der Social Media Szene formulieren zu können.

Dokumentation der SocialBar vom 05. April 2011

7. April 2011

Der vergangene Dienstag war wieder der erste des Monats, die SocialBar April 2011 fand an gewohntem Ort statt und weil das so war, kommte hier auch wieder die Dokumentation in gewohnter Weise. Als Inputgeber zu Gast waren diesmal Jan Petzold von der Deutschen Welle und Sebastian Schwieker von Spenden.de.

Jan Petzold eröffnete den Abend mit seiner Präsentation zu „WebDocumentaries – interaktive Dokumentationen im Netz“. Web Dokumentationen sind multimedial aufbereitete Dokumentationen, bei denen viel Wert auf Interaktivität und Nicht-Linearität gelegt wird. Im Wiki der SocialBar verlinkte Jan auch seinen Artikel auf t3n, sowie seine Slides:

http://socialbar.de/mp3/janpetzold_webdocumentaries.mp3″

Als zweiten Input des Abends bot Sebastian Schwiecker einen Einblick in das A-B-Testing. Dabei handelt es sich um Variantenvergleiche von Websites, die, wenn sie richtig analysiert sind, helfen können, den eigenen Webauftritt spürbar zu optimieren. Trotz der Schwierigkeiten, die das weite Feld der Statistikrechnung birgt, ging Sebastian über eine Einführung hinaus und zeigte, das mit einfachen Tools und minimalen HTLM-Kenntnissen in diesem Bereich schon viel zu machen ist. Im Wiki der SocialBar verlinkte Sebastian neben seinen Folien auch seinen neuen Webauftritt zum Thema

http://socialbar.de/mp3/sebastianschwiecker_a-b-testing