Neues Forschungsvorhaben zu den Einstiegserfahrungen Teilnehmender

Unser Forschungsprojekt zum Wissenstransfer aus der SocialBar ist (fast) abgeschlossen. Okay, wir wollen noch eine Kurzversion unserer Studie für die Community of Knowledge schreiben und daran sitzen wir auch schon. Doch gilt es nun eben langsam aber zielstrebig auch auf den nächsten Schritt zu schauen. Die nächste Studie, für die die SocialBar den Zugang zum Feld bieten wird, soll um die Einstiegserfahrungen unterschiedlicher Teilnehmerinnen und Teilnehmer kreisen. Es wird meine — ja diesmal bin ich (mehr oder weniger) allein — Masterarbeit sein, für die ich auf den Grundstein, den ich gemeinsam mit Katrin legte, aufbauen will.

Auch dieses Mal will ich diesen Blog nutzen, um über den Forschungsprozess zu berichten und diverse Geschichten aus der SocialBar zu sammeln. Auch diesmal hoffe ich wieder auf engagierte Unterstützung eurerseits. Die vielen Kommentare, Hinweise wie auch die kritischen Stimmen waren das letzte Mal sehr hilfreich und sind entsprechend in unseren Bericht eingegangen. So — hoffe ich — wird es auch diesmal werden.

Doch worum geht es nun eigentlich?

Wie gesagt, es sind die Einstiegserfahrungen unterschiedlicher Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die mich dieses Mal interessieren. Das letzte Mal hatten wir regelmäßig Teilnehmende unter der Fragestellung nach dem „Wissenstransfer aus der SocialBar“ interviewt und herausgestellt, dass es vor allem Orientierungswissen ist, das aus der SocialBar in die einzelnen Organisationen transferiert wird und die Orientierung im Feld von Social Media und NPOs entsprechend das hauptsächliche Lernangebot der SocialBar ist. Außerdem stellten wir fest, dass es eine Art Gemeinschaft ist, die sich auf der SocialBar trifft. Eine Gemeinschaft aber, die sich nicht auf das allmonatliche Event im Berliner tazcafé beschränkt, sondern weit darüber hinaus reicht. In Anschluss an Ronald Hitzler, Thomas Bucher und Arne Niederbacher nannten wir diese Gemeinschaft — nicht ganz ohne Augenzwinkern — „Social Media Szene“.

Social  ist die Szene in zweierlei Hinsicht: Erstens kreist sie um den sozialen oder zivilgesellschaftlichen Sektor, zweitens um die Sozialen Medien, die nur im gemeinschaftlichen Gebrauch entstehen. Eine Szene ist diese sie insofern als diese Gemeinschaft keine ‚traditionale‘ ist sondern zu den „posttraditionalen Kommunikationsgemeinschaften“ (Hitzler 2008 / Knoblauch 2008) bzw. zu den „Neotribalismen“ oder „Stadtstämmen“ (Mafessoli 1996) gezählt werden muss. Im Gegensatz zur traditionalen Gemeinschaft, trägt sich die Szene nicht durch tradierte Objektivationen sondern ausschließlich durch gemeinsame Kommunikation fort. Sie ist ein soziales Phänomen, das nur während seiner Aufführung existiert, im öffentlichen Raum aber sonst keine Spuren hinterlässt — anders als bspw. der Fußballverein, der ja immerhin mehr als einen Hektar flaches Rasenland braucht, um die gewohnte (tradierte) Performance abliefern zu können.

Und wozu das Ganze?

Meine These ist, dass es genau diese Gemeinschaft — diese Szene — ist, die beim Lernen in Social Media Kontexten hilft. Klar: Der Mensch ist ein soziales Wesen, das niemals allein im stillen Kämmerlein lernt. Wir lernen immer mit anderen — immer in Auseinandersetzung mit der Welt. Wenn es aber darum geht über aktuelle Formen, Themen und Techniken in Sachen Social Media auf dem Laufenden zu bleiben, unsere Medienkompetenz immer weiter auszubilden (zu diesem Paradox in einem späteren Blogpost), brauchen wir Komplizen, von deren Erfahrungen wir hierfür profitieren können. Diese Komplizen aber zu finden, mit ihnen in Kontakt zu treten und von ihnen auch als Gleiche(r) erkannt zu werden, ist ganz offenbar nicht voraussetzungslos.

In meiner nun anstehenden Masterarbeit will ich unterschiedliche Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Social Media Szene nach ihren je individuellen Einstiegserfahrungen befragen. Ich hoffe so ein besseres Bild von dieser besonderen Form der Vergemeinschaftung zu bekommen und daraus vielleicht auch praktische Tipps für den Einstieg in die Lerngemeinschaft der Social Media Szene formulieren zu können.

3 Antworten to “Neues Forschungsvorhaben zu den Einstiegserfahrungen Teilnehmender”

  1. Sophie Scholz Says:

    Hi Hannes, das ist ja toll! War mir nicht klar, dass Du das Thema in Deiner Masterarbeit weiterbearbeiten willst. Unterstützung ist weiterhin zugesagt🙂 Bis später! Sophie

  2. Hannes Jähnert Says:

    Da freue ich mich natürlich … Vielen Dank und bis heute Abend liebe Sophie

  3. Anekdoten aus der SocialBar — Madlen, Georg, Bettina und Peter « Aktuelles zum Forschungsprojekt "Wissenstransfer aus der SocialBar" Says:

    […] war wieder SocialBar in Berlin und mit meinem neuen Forschungsprojekt zu den Einstiegserfahrungen Teilnehmender hatte ich auch gleich einen neuen Interviewauftrag: […]

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