Was ist eine SocialBar?

Was ist eigentlich eine SocialBar? Im Rahmen unseres Forschungsprojektes, bei dem wir dieses Veranstaltungsformat erstmals näher untersuchen, muss diese Frage natürlich geklärt werden. Aber nicht nur das! Über die Bestimmung und Beschreibung unseres Forschungsgegenstandes hinaus soll dieser Beitrag auch für Neulinge — wenn ich das mal so schreiben darf — dazu dienlich sein, das Konzept der SocialBar näher kennen zu lernen. Vielleicht können so eventuelle Berührungsängste oder auch Vorbehalte abgebaut und eine aktive Teilnahme vom ersten Male an begünstigt werden.

Wir werden uns hier (leider) nicht auf all zu viel Literatur stützen können. Tatsächlich sind uns nicht viel mehr Texte zum Veranstaltungsformat der SocialBar bekannt als die, die auf der offiziellen Website www.socialbar.de zu finden sind. Anders beim Konzept des BarCamps: hier steht der viel zitierte Artikel „Was ist eigentlich ein BarCamp?“ von Franz Patzig (2007) und einige daran angelehnte Arbeiten zur Verfügung, in denen der Begriff, die Rahmung und die zentralen Kriterien dieses Formates beschrieben sind.

Entsprechend der Literaturlage wollen wir im Folgenden zuerst die Begriffs-Genese der „SocialBar“ im Rekurs auf die des BarCamps darstellen. Dabei wird deutlich werden, dass die SocialBar eine Modifikation des BarCamp-Formates ist und dementsprechend ähnlichen Prinzipien folgen sollte. Im zweiten Teil werden wir dann die Idee „BarCamp“ umreißen um anschließend daraus zentrale Kriterien des SocialBar-Formates formulieren zu können.

Der Begriff „SocialBar“

Das Wort SocialBar legt zunächst einmal eine Tautologie des immer sozialen Miteinanders in einer besseren Kneipe nahe. Auch wenn diese Assoziation weit von der eigentlichen Begrifflichkeit entfernt ist, kommt sie dem was die SocialBar ausmacht schon recht nahe. Die meisten der bereits 14 SocialBars in Deutschland finden tatsächlich nicht in einer Bar statt, das entspannt-kommunikative Miteinander ist aber immer ein zentraler Teil. Man kommt zusammen, man tauscht sich aus, man lernt neue Leute kennen.

Im Grunde ist der Begriff die Abwandlung der Abwandlung eines Kunstwortes und als solches Patchwork ein recht treffender Ausdruck für die dem Social Web immanente Kultur des Teilens. Franz Patzig beschreibt in seinem weithin bekannten Artikel „Was ist eigentlich ein BarCamp“ von 2007, wie das besagte Kunstwort und seine erste Abwandlung entstand: Die Geschichte beginnt mit dem us-amerikanischen Verleger und Software-Entwickler Tim O’Reilly, dem auch die Erfindung des Begriffs „Web 2.0“ nachgesagt wird. O’Reilly veranstaltet seit 2003 ein jährliches Wochenend-Brainstorming namens „FooCamp“, bei dem ein exklusiver Kreis intellektueller Vordenkerinnen und -denker eingeladen ist sich in kreativer Atmosphäre auszutauschen.

Der Begriff „FooCamp“ ist — wie Patzig weiter schreibt — ein doppeldeutiges Wortspiel. Zum einen kann „Foo“ für die Anfangsbuchstaben von „Friends of O’Reilly“ stehen, zum anderen ist es wie „Bar“, „Baz“ oder Quux“ auch ein Platzhalter, der in Programmier-Handbüchern eingesetzt wird um all das anzudeuten, was gerade nicht vorgegeben oder behandelt werden soll. Als 2005 einige Teilnehmer die geschlossene Exklusiv-Veranstaltung O’Reillys mit einem offeneren Konzept ergänzen wollten, wählten sie einfach einen anderen Platzhalter („Bar“) um auf die nicht unbedeutende Öffnung des Formates aufmerksam zu machen. Nach dem ersten BarCamp vom 19. bis zum 21. August 2005 in den Räumlichkeiten des Softwareunternehmens „Socialtext“ — mit Sitz in Palo Alto im Silicon Valley — fanden sich rasch Nachahmerinnen und Nachahmer, die das BarCamp-Konzept bald auch in Deutschland umsetzten.

Ging es zunächst also um ein völlig offenes Wochenend-Brainstorming mit Menschen, die ihr Wissen mit anderen teilen wollten, wurden im Laufe der Zeit auch immer mehr themenspezifische BarCamps veranstaltet. Ähnlich wie bei der Abwandlung vom Foo- zum BarCamp wurde die Vorsilbe der Veranstaltung erneut ersetzt. Nun wurden aber keine nichtssagenden Platzhalter aus der Informatik eingesetzt, sondern Silben, die auf die jeweiligen Oberthemen hinwiesen. So wurde beispielsweise am 18. und 19. September 2008 das erste SocialCamp in Berlin veranstaltet. Ziel dieses nun jährlich stattfindenden Camps war und ist es den Austausch zwischen Mitarbeitenden zivilgesellschaftlicher Organisationen und Internetexpertinnen und -experten zu fördern.

Parallel zum ersten SocialCamp wurde auch die SocialBar als weitere Abwandlung des BarCamp-Konzeptes ins Leben gerufen. Auch bei der SocialBar ging und geht es um den Austausch zwischen Internetexpertinnen und -experten und NPO-Mitarbeitenden. Anders aber als das SocialCamp ist die SocialBar eine Abendveranstaltung — erstreckt sich nicht über mehrere Tage. Die zweite Silbe des Ursprünglichen „BarCamp“ musste nun also auch ersetzt werden …

Im Lichte dieser etwas verworrenen Begriffs-Genese wird also deutlich, was der Name SocialBar meint: Die erste Silbe „Social“ verweist auf das Oberthema der Veranstaltung, das Zusammenführen von Mitarbeitenden zivilgesellschaftlicher Organisationen und Internetexpertinnen und -experten. Eine genauere Formulierung findet sich auf der zentralen Website der SocialBars in Deutschland www.socialbar.de:

„Die Socialbar ist ein Treffen von Weltverbesserern. Web-Aktivisten, Social Entrepreneurs, NGOs, ehrenamtliche Helfer, Politiker und Unternehmen mit sozialer Verantwortung kommen bei der Socialbar zusammen, um sich kennen zu lernen, Kontakte zu knüpfen, Erfahrungen auszutauschen und Kooperationen einzugehen“ (www.socialbar.de 25.04.2010; 17:15h).

Die zweite Silbe „Bar“ deutet gemäß ihrer Herkunft aus der Informatik die Offenheit des Veranstaltungsformates an — sie meint alles das, was die Veranstaltenden nicht vorgeben wollen. Und noch mehr: Die SocialBar ist auch kein exklusives Format. Im Sinne des Social Franchise, sind interessierte Freiwillige dazu angehalten, das Konzept auch in weiteren Städten umzusetzen.

„Das Konzept der Socialbar darf weiterverwendet werden. Die Organisation einer Socialbar-Veranstaltung in anderen Städten ist ausdrücklich erlaubt“ (ebd.).

Die Idee „BarCamp“

Sollte im vorstehenden Abschnitt deutlich geworden sein, dass der Name „SocialBar“ ein Patchwork aus dem BarCamp-Konzept und seinen Abwandlungen ist, wollen wir uns nun die zentralen Kriterien eines BarCamps genauer ansehen um dann die der SocialBar davon ableiten zu können. Bisher nutzen wir für die Umschreibung der Foo- und BarCamp-Idee die Metapher des „Wochenend-Brainstormings“, die der Idee des BarCamps natürlich nicht gerecht werden kann. Ein Brainstorming ist schließlich nur eine Methode zur raschen Sammlung von Ideen. Bei einem BarCamp werden aber mitnichten nur Ideen gesammelt. Sie werden vielmehr ausgetauscht, entwickelt und diskutiert. Im Wikipedia-Artikel zu BarCamps heißt es deshalb:

„Ein BarCamp ist eine offene, partizipative Unkonferenz, deren Ablauf und Inhalte von den Teilnehmern bestimmt wird“ (Wikipedia 25.04.2010; 20:10h).

Mit dem Begriff „Unkonferenz“ wird das BarCamp-Format hier von herkömmlichen Veranstaltungsformaten wie Tagungen oder Kongressen abgegrenzt. Kommen auf solcherlei Konferenzen Expertinnen und Experten gleicher Fachgebiete zusammen, ist das Format der BarCamps wesentlich offener. Wie oben beschrieben, ist kein spezielles Thema, kein spezielles Fachgebiet vorgegeben. Vorgegeben ist lediglich der Rahmen des Austausches.

Überdies ist auch die Rolle der Teilnehmenden auf BarCamps eine andere. Ist die Teilnahme bei herkömmlichen Veranstaltungsformaten eine eher rezeptive, nehmen also die Teilnehmenden hauptsächlich die Expertise der anderen auf, definiert sich die Teilnahme an einem BarCamp vor allem durch die Aktivität der Teilnehmenden. Die den herkömmlichen Formaten immanente Hierarchie zwischen Referierenden und Teilnehmenden wird bei BarCamps schlicht aufgehoben. Alle Teilnehmenden sind gleichermaßen Experten und Referentinnen und werden zu Beginn eines BarCamps aufgefordert, sich mit Namen und drei Schlagworten selbst kurz vorstellen — wobei überziehende Ausschweifungen sanktioniert werden. Dieser hierarchiearmen Struktur gemäß, können auch die inhaltlichen Teile von BarCamps nicht im Vorhinein festgelegt werden. Den Organisierenden fällt ‚lediglich’ die Aufgabe zu für bestmögliche Rahmenbedingungen zu sorgen, wozu in der Regel auch ein Veranstaltungs-Wiki und die moderierte „Sessionplanung“ gezählt wird (Patzig 2007).

Spiegelt die Verwendung von Wikis unseres Erachtens nach lediglich den allgemein-partizipativen Ansatz von BarCamps wider, muss die Sessionplanung zum Kern der Veranstaltung gezählt werden. Hier werden die Inhalte ausgehandelt, die an diesem Tag diskutiert werden sollen. Zumeist geht es dabei nicht um die Auswahl aus einer überproportional großen Zahl von Angeboten, sondern darum, die Session-Vorschläge in die vorgegebene Raum- und Zeitstruktur der Veranstaltung, die in so genannte „Slots“ eingeteilt ist, zu verteilen.

Session-Grid auf dem SocialCamp Berlin 2009 Tag II

Diese „Slots“, ein Begriff übrigens der wie viele andere Szene-Termini der Computertechnik entlehnt ist, werden wiederum auf einem „Grid“ dargestellt. Dieses Grid zeigt in Gestalt einer Tabelle die zur Verfügung stehenden Session-Räume (in der Horizontalen) und den zeitlichen Verlauf der Veranstaltung (in der Vertikalen). Je nach dem wie viel Interesse für die Session-Themen bei der Planung ermittelt wurde, werden größere oder kleinere Räume vergeben.

Bei der Session selbst, die zwischen 30 und 60 Minuten lang sein kann, bleiben die Teilnehmenden weitgehend unter sich. Meistens wird kein Protokollant und keine Protokollantin festgelegt. Stattdessen werden pauschal alle Teilnehmenden aufgefordert über das BarCamp via (Micro)Blog zu berichten. Eben diese Berichte können anschließend gesammelt und zur Auswertung der Veranstaltung analysiert werden.

Die Idee „BarCamp“ ist also in besonderem Maße von der Aktivität der Teilnehmenden geprägt. Sie geht von Menschen aus, die Wissen teilen und kritisch diskutieren wollen. Sie braucht Teilnehmende, die mit einem hohen Maße an Ambivalenz leben können; und nicht zu letzt ist die Idee „BarCamp“ auch ein Gegenentwurf zu Herkömmlichem. Nicht nur die Abgrenzung zum Standard des fachlichen Austausches — der Konferenz — sondern auch in Abgrenzung zu sonst vorherrschenden Verhältnissen der Hierarchie konstituiert sich hier eine Szene der BarCamperinnen und -Camper. Die in dieser Szene weithin bekannten „Rules of BarCamp“ — eine Parodie der „Rules of Fight Club“, einem Film mit Brad Pitt — machen das ebenso deutlich, wie vieles, was hier bereits dargestellt wurde.

1st Rule: You do talk about BarCamp.
2nd Rule: You do blog about BarCamp.
3rd Rule: If you want to present, you must write your topic and name in a presentation slot
4th Rule: Only three word intros
5th Rule: As many presentations at a time as facilities allow for.
6th Rule: No pre-scheduled presentations, no tourists.
7th Rule: Presentations will go on as long as they have to or until they run into another presentation slot.
8th Rule: If this is your first time at BarCamp, you HAVE to present. (Ok, you don’t really HAVE to, but try to find someone to present with, or at least ask questions and be an interactive participant.)

Die Idee “SocialBar”

Gemäß den obigen Ausführungen kann es an dieser Stelle wohl wenig überraschen, dass die SocialBar tatsächlich ähnlichen Prinzipien folgt wie ein BarCamp. Auch die Teilnahme an SocialBars definiert sich eher durch Aktivität als bloßer Anwesenheit. Die Referierenden rekrutieren sich wie bei BarCams aus dem Plenum und das Organisationsteam beschränkt sich im Wesentlichen auf die Schaffung günstiger Rahmenbedingungen. Und doch ergeben sich in Ablauf und Organisation der SocialBar einige Abwandlungen von der ursprünglichen Idee, die mit einem Blick auf den immer wiederkehrenden Ablaufplan der bereits 14 verzeichneten SocialBars in Deutschland deutlich wird:

Zwar gibt es auch bei den verzeichneten SocialBars ein separates Wiki, die Slots der jeweiligen Veranstaltung werden jedoch vom Organisations-Team im Vorhinein belegt. Die sechste Rule of BarCamp „No pre-scheduled presentations, no tourists“ kann also für die SocialBar nicht gelten. Auch der oben genannte Zeitansatz einer Session ist bei der SocialBar wesentlich kürzer. Sind die Sessions bei BarCamps zwischen 30 und 60 Minuten lang, beschränken sie sich auf SocialBars auf lediglich 10 Minuten. Es kann daher weniger von Sessions statt vielmehr von Inputs gesprochen werden, die anschließend im Plenum diskutiert werden. Auf Grund des mit unter großen Plenums werden die Diskussionen von einem Moderator oder einer Moderatorin begleitet, der oder die sich aber inhaltlich zurückhält. Des Weiteren gibt es bei SocialBars in der Regel auch die Möglichkeit auf Veranstaltungen oder neue Projekte hinzuweisen. Für diese Hinweise werden zwei-minütige Slots am Ende der Veranstaltung offen gehalten.

Mit Blick auf das ursprüngliche Format der BarCamps können die zentralen Kriterien einer SocialBar also wie folgt zusammengefasst werden:

  1. Eine Kultur des freien Wissens bestimmt die vorherrschende Philosophie — ein Gedankenaustausch in kreativer Atmosphäre wird angestrebt.
  2. Die Teilnehmenden rekrutieren sich aus zivilgesellschaftlichen Organisationen und der sog. Internetcommunity.
  3. Die Aktivität der Besucherinnen und Besucher ist zentrales Kriterium der Teilnahme.
  4. Die Veranstaltungen sind prinzipiell für jedermann offen — Hierarchie wird weitgehend vermieden.
  5. An die kurzen Input-Referate schließen sich mindestens ebenso lange Plenums-Diskussion an.
  6. Die (Micro)Blog- und Wiki-Technologie kommt als Werkzeug der Veranstaltungsdokumentation zum Einsatz.
  7. Die Themen drehen sich rund um das Social Web und haben den Schwerpunkt auf dem Einsatz neuer Kommunikationsmittel in zivilgesellschaftlichen Organisationen.

Zusammenfassung

Eine SocialBar — hieß es einmal in einem erläuternden Eintrag auf Twitter — ist wie Web 2.0 zum Anfassen. Es ist einfach eine Netzwerk-Veranstaltung mit Informations-Charakter. Man kommt zusammen, man tauscht sich aus, man lernt neue Leute kennen. Meistens sind diese Leute auch nett. Wer meint etwas beitragen zu können, kann es ohne große Umschweife tun. Niemand wird ihn oder sie daran hindern konstruktiv mit zu diskutieren oder vielleicht auch einen eigenen Input zu gestalten. Das Organisations-Team ist stets offen, die Barrieren entsprechend niedrig. Natürlich kann auf der anderen Seite auch niemand verhindern, dass die Teilnehmenden einfach gehen, wenn der Input langweilig ist oder an ihren Interessen vorbei geht. Alle Teilnehmenden sind frei auch nicht teil zu nehmen — nicht aktiv zu sein.

Die Hierarchiefreiheit und Zwanglosigkeit mit der die Teilnehmenden auf SocialBars miteinander umgehen, ist das zentrale Unterscheidungskriterium zu herkömmlichen Vortragsabenden. Nichts anderes unterscheidet dieses neue Format von den herkömmlichen so stark wie der Konsens darüber, dass niemand generell schlauer ist als andere und dass es deshalb auch keine Hierarchie zwischen Referierenden und Teilnehmenden braucht. Abschließend können wir also konstatieren, dass sich auf SocialBars weniger um Hierarchiefreiheit (die sowieso eine Utopie ist) bemüht wird, als dass diese als innerste Einstellung die aktive und gewinnbringende Teilnahme erst möglich macht.

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13 Antworten to “Was ist eine SocialBar?”

  1. Claas Says:

    Kann ich weitgehend so unterschreiben. Danke auch für Entstehungshistorie zum Namen, da habe ich mich schon häufiger mündlich ans Re-Engineering gewagt – mit sehr ähnlichem Ergebnis.
    Ich mag noch hinzufügen, dass wir in Bremen gute Erfahrungen damit gemacht haben, die Frontaldarbietung zu minimieren und eine Handvoll Tische / Gesprächsrunden zu Einzelthemen zu organisieren.

  2. Hannes Jähnert Says:

    Sowas wie „Expert Tables“ ?! Das habe ich auch schon mal mitgemacht. Eine super Sache mit der man das Format — denke ich — prima ergänzen kann.

  3. Thomas E. Says:

    danke für die ausführliche Beschreibung, hat mir sehr weitergeholfen.

  4. Joerg Eisfeld-Reschke Says:

    Volle Zustimmung: 5 Sterne und Kommentar.

  5. Tobias Jeske Says:

    Sehr schöner Artikel. Schön das mal so klar dargestellt zu sehen. Noch Fragen?

  6. Hannes Jähnert Says:

    Vielen Dank für die Blumen! Ich denke du und ich (@Tobias) sollten mal die Köpfe zusammen stecken und das ganze noch auf einen etwas übersichtlicheren Artikel zusammendampfen. Zwecks Anmerkungen würde ich zwar noch etwas warten, aber eigentlich war das ja der Auftrag vom letzten Orga-Treffen, oder was meinst du?!

  7. Robert Dürhager Says:

    Gelungene Rekonstruktion der Namensgeschichte und des Kulturbodens der SocialBar. Die Partizipation durch die Teilnehmer ist definitiv ein Grundpfeiler des Veranstaltungs-Konzeptes.

    Jetzt fehlen nur noch die Anekdoten aus der Gründungsphase der Socialbar, die Einblick in die praktische Entstehungsgeschichte geben. Die will ich noch hinzufügen.

    Das erste Organisationstreffen für die damals noch als „SocialCamp Stammtisch“ geplante Veranstaltungsreihe sollte vor allem dazu dienen, das Format zu klären. Dabei steckten zwei etablierte Vorbilder für Veranstaltungen im Kulturkreis der BarCamps den Rahmen der Diskussion ab – der „WebMontag“ (1) und die Blogger-Stammtische „pl0gBar“ (2).
    Die Organisation über ein Wiki, der Ablauf mit mehreren kurzen inhaltlichen „Appetithäppchen“ und viel Zeit für den informellen Austausch zeigen deutliche Parallelen zu den WebMontagen. Dennoch war bis zum Beginn der ersten Veranstaltung nicht klar, ob das Thema genügend Interessierte finden wird, um dass frontale Präsentationen überhaupt Sinn machen würden. Tatsächlich erreicht man bis heute das Wiki der SocialBar sowohl über socialbar.de als auch über die Adresse socialdienstag.de.
    Und sollten zufällig mehr und mehr Socialbars (wie die in Berlin) den Dienstag für ihre Veranstaltung wählen, dann könnte der Name „SocialDienstag“ vielleicht in Zukunft wieder eine Rolle spielen.

    Mit dem im anglo-amerikanischen Raum bekannten „NetTuesday“ (3) genannten Stammtisch der TechSoup-Initiative NetSquared hat die Socialbar übrigens nichts zu tun. Auch wenn die Zielgruppen der Socialbar und die von TechSoup/NetSquared überschneiden, so sind die Herangehensweisen unterschiedlich. Die Socialbar konzentriert sich eher auf Best Practice und Erfahrungsaustausch als auf Mentoren- und CSR-Programme.

    Neben diesen Hinweisen will ich auch noch eine Anmerkung zu den Regeln geben. Die Socialbar hat weniger explizite Regeln für die Teilnahme, dafür aber klare Regeln für Referenten und deren Präsentationen auf der SocialBar.

    1.Der Vortrag muss dem Publikum einen Mehrwert bieten. Die Socialbar ist kein Ort für Werbeveranstaltungen.
    2.Der Vortrag muss kurz sein. Im Durchschnitt stehen 10 Minuten (+ 10 Min. Diskussion) zur Verfügung, was etwa 10 Slides entspricht.
    3.Offene Themen sind erlaubt und erwünscht. Das Publikum besitzt viel KnowHow und kann eine Menge Anregungen geben. Nutzen Sie diese indem sie mit Ihrem Vortrag einen Dialog aufbauen.
    4.Der Vortrag sollte auch für Teilnehmer verständlich sein, die das Wort „Web2.0“ bisher nur aus der Presse kennen.
    5.Seien sie kreativ! Probieren sie mal etwas anderes als PowerPoint mit Stichpunkt-Listen.
    6.Veröffentlichen Sie Ihre Präsentation, damit Ihre Arbeit nachhaltig verfügbar bleibt.

    Dieser Fokus auf die thematischen Inputs soll vor allem die hohe Qualität der Diskussionen sichern, den professionellen Interessen der NGOs/NPOs entsprechen und den tatsächlichen Wissenstransfer steigern.

    (1) http://www.webmontag.de
    (2) http://pl0gbar.mixxt.de
    (3) http://www.netsquared.org/share/meetup

  8. LuKey -wie in einem film Says:

    […] Was ist eine SocialBar? « Aktuelles zum Forschungsprojekt … […]

  9. Hannes Jähnert Says:

    Hallo Robert, vielen Dank für den interessanten Einblick in die WIRKLICHE Entstehungsgeschichte. Auch wenn ich schon wieder geneigt bin die bisherigen Anmerkungen noch zum Artikel hinzuzufügen (das lasse ich vorerst lieber — er ist ja schon lang genug) sehe ich die Twitter-Phrase „Eine SocialBar ist wie Web 2.0 zum Anfassen“ durch aus berechtigt. Die SocialBar bildet offenbar eine Plattform, die erst durch ihre Nutzung Gestalt annimmt und ist somit wirklich etwas das dem sozialen Internet sehr nahe kommt.

    Was ich mich an dieser Stelle aber frage: Lag ich mit meiner Vermutung einer Art „Social Franchise“ richtig? Sind die SocialBars in Bremen, Hamburg und all den anderen Städten eingeführt wurden, weil sich das Konzept in Berlin so entwickelt hat oder gab es vielleicht vorher schon Stammtische, die sich dann mehr oder weniger unter das Label „SocialBar“ gestellt haben? Gibt es also noch „Anekdoten aus der Gründungsphase“ anderer SocialBars?

    • Sophie Scholz Says:

      Hallo Hannes,

      die einzige Socialbar von der ich weiß, dass bereits ein Format bzw. ein Rahmen bestand, ist die Socialbar Dresden. Sie hatten schon eine „Montagsrunde“. Wenn ich mich richtig erinnere, hatten sie zu Beginn überlegt die beiden Sachen miteinander zu verbinden, sind dann aber davon abgekommen. Inzwischen gibt es eine Mittwochsrunde und die Socialbar.
      Hier findest Du mehr Infos http://www.evoluzzer.info/ZweiteSocialBarDresden
      Nach meinem Wissen sind alle anderen Socialbars aus dem Boden gestampft worden. Nach uns kam die Socialbar Hamburg und die Socialbar Wien. Die Socialbar Hamburg hat sich seitdem etabliert, die Socialbar Wien hat nach dem 2. Termin nie wieder stattgefunden, soll jetzt aber wiederbelebt werden. Ich bin damals in Wien gewesen und habe nach der 1. Socialbar mit den Organisatoren gesprochen. Spätestens zu dem Zeitpunkt wurde mir klar, welch enormer Beratunsaufwand auf uns zukommen würde. Nur weil wir bereits sehr klare Vorstellungen über Format und Qualitätsmerkmale entwickelt hatten, bedeutet das nicht, dass die anderen die automatisch nachvollziehen können. In Wien war z.B. viel zu wenig Wert gelegt worden auf einen gemütlichen Rahmen und die Möglichkeit zu informellem Austausch. Bereits zum 2. Treffen sind nur noch ganz wenige Leute gekommen.
      Wenn Du Dir hier die Termine ansiehst: http://socialbar.de/wiki/SocialBar:Aktuelle_Ereignisse dann erkennst Du den Beschleunigungsprozess der im Jahr 2009 stattgefunden hat – allein 42 Socialbars in 10 Städten.
      Der Wachstumsprozess hat uns dann im Sommer 2009 ziemlich aus der Bahn geworfen, weil wir merkten, dass die Qualität unter dem schnellen Wachstum leiden musste. Außerdem mussten wir neben der normalen Socialbar Berlin plötzlich auch eine Menge Arbeit in die „globale Ebene“ (Socialbars in Deutschland) investieren. Wir haben von Tobias (http://www.sustainable-project-management.org) einen Projektmanagementworkshop bekommen, der uns geholfen hat unser Ziel wieder anzuvisieren: Qualität. Das bedeutete, dass wir uns auf ein langsameres Wachstum besinnen wollten.
      Inzwischen wächst die Socialbar weiter. Es kommen immer wieder Anfragen rein, dass jemand eine Socialbar gründen will. In Stuttgart ist z.B. am 8.06.2010 Premiere.
      Inzwischen macht die Socialbar Organisation so viel Arbeit, dass locker eine halbe – bis ganze Stelle Sinn machen würde. Wir stehen vor der Aufgabe die Socialbar auf die nächste Ebene zu heben. Dazu gehört z.B., dass wir implizite Strukturen explizit machen und uns verständigen über die Art und Weise wie wir auf der „globalen Ebene“ zusammenarbeiten wollen. Dafür haben wir im Juli ein mehrtägiges Treffen in Würzburg geplant.
      Ich bin gespannt wo die Socialbar im Sommer 2011 stehen wird!

  10. Hannes Jähnert Says:

    Links zur Geschichte der SocialBar gibts auch hier weiter oben im Blog

  11. Lesetipps für den 21. September | Netzpiloten.de - das Beste aus Blogs, Videos, Musik und Web 2.0 Says:

    […] MEDIA & SOCIALBAR Was ist eine SocialBar?: Ideen, Antworten und Anregungen – erwünscht und […]

  12. Withdrawal Symptoms From Methadone Says:

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